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UCM 25
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                                Invitatio ad offerendum
                              oder: Warum sagst du nichts?
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OK, es ist  geraume Zeit  vergangen. Ich  habe mich  von der Anziehungskraft des
Geldes - na ja, ehrlicher gesgt, der Aussicht auf regelmäßiges Einkommen und ein
Dach über dem  Kopf, in dem ich so laut wie ich will, meine Lieblingsmusik hören
kann - blenden lassen  und habe  hart gearbeitet, und  dabei die Zeit vergessen,
hätte ich wohl früher zur Entschuldigung zu meiner Mutter gesagt.

Also nicht gearbeitet im Sinne von was gemacht, sondern so sehr ans Arbeiten und
Etablieren und kucken wo du bleibst gedacht, daß ich bis auf rudimentäre Stümpfe
meines bisherigen  Daseins das meiste radikal abgesäbelt habe, was mir in meiner
Zeit in Leipzig an schönen Gewohnheiten ans Herz gewachsen war.
Beredtes Zeugnis  ist die  Frquenz meiner  Veröffentlichungen im UCM nach meiner
Emigration südlich des Weißwurstäquators in die Hauptstadt der Bewegung.

Also, lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab  schon  verdammt lange nix mehr geschrie-
ben, da ich  verdammt Scheiße  beschäftigt war.  So acht Stunden täglich und hie
ein Projekt und  da ein Geschäft und  dann noch'n Studium hach und  heute ist ja
schon wieder Probe machen die Zeitfenster, in denen man nach hinten gucken kann,
ganz schön klein. Schon wieder ne lange Rede.

Ich für meinen Teil bin jetzt in ne ganz andere Phase meines Lebens eingetreten:
Ich bin seit ein  paar Tagen  arbeitslos. Hurra, denkt  man, ich  mach gleich ne
Liste-mit-allen-den-Dingen-die-ich-schon-immer-mal-tun-wollte-aber-nie-Zeit-
gehabt-habe. In  meinem  Falle waren das dann 4 Seiten auf meinem Block, und ich
frage mich, ob  ich mich nicht doch gleich ohne abzukühlen wieder in einen Acht-
Stunden-Job schmeißen will. Nicht  umsonst sagt  man ja  auch  von Rentnern, sie
wüssten nicht, wann  sie denn noch Zeit  für nen Job gehabt haben, soviel hätten
sie jetzt zu tun.

Ja, und  dann war  schon wieder  Ostern und  die EIL03 stand  an, Ehrensache, da
fahrn wir doch  hin - und der  gute Moondog  knallt  dir einfach die Ansage vorn
Latz: Hey, ich mach  ne 10-jährige UCM-Ausgabe, haste  nicht Lust ein paar Texte
beizusteuern?

Scheiße.

Zehn Jahre  ist das  schon her? Vor zehn Jahren hab ich  zum ersten Mal in LOT's
Bude  aufm  STE ein  Lied getrackt? Vor  zehn  Jahren  war  das  Wahlpflichtfach
Kryptografie  in Dresden aktuell? Vor zehn  Jahren  hatten wir geile Demo-Pläne?

Himmel Arsch.

Wann ist denn die Deadline, Moondog? Oktober? Uh-Oh, ob ich das schaffe? Ich hab
so  viel  zu tun...? Ach scheiß  drauf, hat  eh alles  lange  genug  rumgelegen.
Festplatte aufräumen? Ach, das kann warten. CDs ausmüllen? Ach, das kann warten.
Auch mit vielen anderen Projekten, aus denen nie was geworden ist, weil ich mich
nicht intensiv um sie habe kümmern können, ist meine Liste bevölkert.

Genau - und  was  ist  eigentlich  aus  uns  geworden? Nun, ältere  und  weisere
Menschen, rechtschaffende  Bürger und  Steuerzahler. Die meisten jedenfalls. Die
anderen benutzen PCs und sind erfolgreich geworden.
Jaja, ich besitze  meinen Falken  immer noch, der  spuckt in  meinem Studio brav
Töne aus, ich  benutze  ihn als  ultratighten  Sample-Klanggenerator. Hat  jetzt
nicht gerade Hasbro sich wieder in Atari rück-umbenannt? Ja geil. Der Kult lebt.
Ich hoffe, noch 'ne Zeit.
Ja und in  diesem Sinne  hab ich beschlossen, eine Handvoll Ideen zum Jubiläums-
Issue beizusteuern, Ehrensache.

Himmel Arsch! Zehn Jahre UCM? Hut ab, Respekt. Auf die nächsten Zehn!

Und: hat mal wen nen Job für mich? Will work for Music.

                                                                    fXl of .tnb.
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