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UCM 25
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                          Rock am Ring - Pfingsten 2oo3
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75.ooo verkaufte Festivalkarten, ausgebuchte Zeltplätze, sommerliches Wetter und
ein Band-Lineup,  der dem des  grössten Rockfestivals Europas  gerecht wird. Man
muss es einfach erlebt haben, wenn der  Nürburgring in  der Eifel tobt. Ruhe ist
das letzte, was man  hier finden wird. Tagsüber  lärmen die  Livemusiker, nachts
dröhnt  es aus den  Diskozelten und  von mitgebrachten  Stereoanlagen. Strom für
diese und die essentiellen Kühlschränke liefern private Generatoren, die Tag und
Nacht laufen. Die Ringerfahrenen  bringen ihren  gesamten  Hausrat mit und bauen
ihr Lager in der Nordschleife auf.
Aber  auch  Ringneulinge  sind  mit  Campingkocher, Dosenravioli  und  Toastbrot
bestens  für das  lange Wochenende  gerüstet. Bier  wird am  besten  in Plastik-
flaschen und  Tetrapacks umgefüllt. So  sorgt man am  besten  gegen  die  teuren
Preise  auf dem  Festivalgelände für  Speisen und Getränke - die lokalen Händler
machen hier das Geschäft des Jahres.
Wenn keine Musik läuft, oder man sie nicht mehr hören mag, kann man in den Buden
nach  Souvenirs suchen, oder  sich beim  Bungeejumping  den  letzten  Kick holen
(Eventbereich heisst das).

Am Freitag  sorgten  Mana, die Cardigans, Lifehouse, Reamonn, Billy Corgans neue
Band Zwan und die nur im Suff erträglichen Iron Maiden für gute Einstimmung.
Silverchairs Daniel Johnes  rockte wie  in  alten  Zeiten - von  kranken Knochen
keine Spur. Eine Flasche Hochprozentiges wurde in der  Band rumgereicht, was die
Australier aber eher noch zur Hochform auflaufen ließ.

Abwechslungsreichster  Tag war  sicher  der Samstag, an  dem für jeden Geschmack
etwas   dabei   war.  Für  die   Schrabbel- und  Kopfschüttelfraktion   spielten
Clawfinger und Apocalyptica ("We are fucking classical guys!"). Erdiger Rock kam
von Audioslave (Frontmann Chris Cornell gab früher bei Soundgarden den Ton an).
Eine gute Mischung aus Gitarrenriffs  und elfengleichen Vocals von Amy Lee boten
Evanescence, dazu noch ein  zweieinhalb Minuten kurzes Highlight: "Zero" von den
Smashing Pumpkins gecovert. Zu schön um wahr zu sein.
Zum in die Sonne setzen und Entspannen gab es auf der Alternastage unter anderem
Tomte aus Hamburg und die Stereophonics.
Am späten Abend auf der selben Stelle  spielte ein alter Bekannter, Depeche Mode
Sänger Dave Gahan, Songs vom neuen  Soloalbum. Dem  merkt man den alten Hasen im
Showgeschäft an. Und  so spielte Dave mit nacktem Oberkörper  wie in vergangenen
Tagen "Walking In My Shoes", "Personal Jesus", "Never Let Me Down Again", "Enjoy
The Silence" mit insgesamt 2 Zugaben und allen Sympathien des Abends.
Trotzdem  setzte eine Band über eine Stunde nach  Mitternacht  noch einen drauf.
Placebo sprangen  für die  abgesagten  Linkin Park  ein und spielten  somit nach
einer  Show  auf dem -Ping Pong Festival- in Holland  ihren zweiten  Auftritt an
diesem Tag. Und sie spielten ihn ganz  groß. Jeder der Hits hatte seinen eigenen
Charackter  und jeder  schlug voll ein, egal ob "Pure Morning", "Every You Every
Me", "Black Eyed", "Special K", "The Bitter End" usw.
Was für ein Tag! Halb vier fällt man dankbar in kurzen Schlaf.

Am Sonntag dann gab es nur ein  Highlight. Disturbed, Deftones und Queens Of The
Stone Age halfen eigentlich nur über das Warten.
Marilyn Manson setzte mal wieder Zeichen heftiger Provokation, spielte von einem
meterhohen  Pult mit  den Massen, zeitweise  als  Diktator, zeitweise  als Ober-
lehrer. Unterstützt wurde  er von  zwei "(M)obscene" Tänzerinnen, die  in Gummi-
genitalien gekleidet Geschmacksgrenzen verschoben. Unglaublich.
Alles wartete auf St. Anger Day - Metallica. Der  riesige Platz  vor der Center-
stage war voll. Drei Videoleinwände sorgten  dafür, daß auch die  letzten Reihen
noch  etwas sehen  konnten. Gut zu hören waren die Jungs um James Hetfield alle-
mal. Und so spielten sie zwei Stunden wenige neue ("St. Anger" eben) und viele
alte Lieder ("Nothing Else Matters", "Enter Sandman", "Hero Of The Day"...), bei
denen immer kräftig mitgegröhlt wurde. Zum Schluß gabs natürlich eine Feuershow,
die Masse tobte und alle waren zufrieden.

Ob man mit diesen Eindrücken ins Bett kroch, nach Hause fuhr oder sich noch Moby
als Absacker  antat - ein unvergessliches  Pfingstfestival  war der Rock am Ring
2oo3 allemal.

                                                                          Thomas
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